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Kabinettaustellung: Cia Rinne

Datum
12.04.2018
Uhrzeit
19:00
Veranstaltungsort
Weserburg | Museum für moderne Kunst

Eröffnungsveranstaltung für die Kabinettausstellung „Cia Rinne“ des Zentrums für Künstlerpublikationen.

Das Oeuvre von Cia Rinne zählt zu den bedeutendsten aktuellen Entwicklungen in der Nachfolge der konkreten, visuellen und auditiven Poesie der 1950 bis 1980er Jahre und führt zu einer Neupositionierung dieser Kunst- und Literaturströmung. Den verschiedenen medialen Formen ihres Werks entsprechend, sind Arbeiten Cia Rinnes in der Kabinettausstellung zu sehen und zu hören.

 

Rinne setzt einerseits Schrift ästhetisch ein und gestaltet visuelle Poesie im Rahmen von Künstlerbüchern und grafischen Arbeiten. Andererseits arbeitet sie mit mündlicher Sprache und präsentiert ihre mehrsprachigen Gedichte in einer äußert präzisen Stimm-Performance als Lautpoesie. Cia Rinne dichtet mehrsprachig, meistens in einem Hybrid aus Englisch, Deutsch und Französisch. Hybrid sind ihre kurzen und pointierten Gedichte und Text-Konstellationen aber nicht nur, was den Sprachgebrauch betrifft, sondern auch aufgrund ihrer Medialität und Modalität. Diese bewegen sich zwischen den Sprachen hin und her: Französisch, Englisch, Deutsch, Griechisch, Spanisch, Italienisch. Sie mischt nicht nur Silben, sie performt sie auch – wie eine Konjugationsstunde über das Substanzielle der Sprache. Die Reduktion auf das absolut Geringste, die Wortspaltung bis zu ihren phonetischen Atomen, ihre Dekonstruktion und gleichzeitige Rekonstruktion, das macht Cia Rinnes sprachkritische Texte aus. Sie bestehen häufig aus nicht mehr als drei Worten, oft denselben Silben, nur anders getrennt, in den meisten Fällen (phonetische) Anagramme.

 

Cia Rinne (*1973 in Göteborg) wuchs in Deutschland auf und studierte Philosophie, Geschichte und Sprachen in Frankfurt, Athen und Helsinki. Sie beschäftigt sich in ihrer künstlerischen Tätigkeit vor allem mit visueller und konzeptueller Lyrik, aber auch mit Klängen, Performance und Installationen. Cia Rinnes Werk ist von Fluxus-Künstlern wie Tomas Schmit und Arthur Køpcke sowie von den Moskauer Konzeptualisten Lev Rubinstein und Ilja Kabakow beeinflusst. Musikalisch steht sie in der Nachfolge von Steve Reich und John Cage. Ihre Text- und Klangarbeiten wurden vielfach ausgestellt.